LACY POOL
the music of Steve Lacy

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Christof Thewes - Posaune
Uwe Oberg - Piano
Michael Griener - Schlagzeug

Zeit seines Lebens hat sich der 2004 verstorbene Sopransaxophonist Steve Lacy für die Musik von Thelonious Monk eingesetzt, dessen Kompositionen immer wieder aufgeführt und ist damit hauptverantwortlich  für die aktuelle Monk-Renaissance. Darüber droht seine eigene Musik leider ins Vergessen zu geraten. Dabei war Steve Lacy nicht nur ein stilbildender Jazzmusiker, er hat auch ein riesiges Werk hinterlassen Seine Kompositionen heißen Ducks, Crust, Blinks, Stamps oder so ähnlich. Wie die knappen Titel seiner Stücke setzt sich seine Musik aus kleinen Motiven mosaikartig zusammen und entfaltet so einen unwiderstehlichen Charme.

Lacy Pool entstand aus der langjährigen Zusammenarbeit des Posaunisten Christof Thewes (Saarbrücken) mit dem Pianisten Uwe Oberg (Wiesbaden) und erkundet im Trio mit dem Berliner Schlagzeuger Michael Griener die Stilvielfalt in Lacys Musik.
Tim Gorbauch in der Frankfurter Rundschau vom 17.11.2006:

...Uwe Oberg, Mitveranstalter des Festivals und seit Jahren eine zentrale Figur im Wiesbadener Kulturleben, hat sich der Musik von Steve Lacy angenommen. Es sind kurze, oft ungemein feine Stücke, die er gemeinsam mit Christof Thewes und Michael Griener spielt, Musiken, die wie ein Versteckspiel funktionieren und ihre filigrane Schönheit nicht einfach so preisgeben, sondern entdeckt werden wollen. Natürlich gibt es bei Lacy immer auch das Gegenteil, das Ausgelassene, aber so wie Oberg, Thewes und Griener ihn spielen, bleibt seine liebevolle Knappheit hängen. The Crust ist so ein Stück, klein und wunderschön, das ganz nebenbei auch noch geeignet wäre, das uralte Märchen vom freien Jazz als Kopfmusik für immer als Lüge zu entlarven. Man muss nur eben hinhören.

Giessener Anzeiger vom 24.03.2007:

Der Wiesbadener Jazzpianist Uwe Oberg nahm sich einiger Werke an, arrangierte sie neu für sein Trio. .....    Thewes gelingt es mit verschiedenen Schallmodulatoren seiner Posaune jede nur erdenkliche Klangfärbung zu geben. Griener hat aus seinem Schlagzeug eine Art Gemischtwarenladen gemacht,  mit dem er neben beeindruckenden Soli und veritablen Rhythmen eine Vielzahl von Klangbildern erzeugt. Bei aller interpretatorischen Freiheit blieben die Werke Lacys immer erkennbar und das Publikum genoss die spannenden Arrangements der drei Jazzer, die dem großen Lacy mit viel Spielfreude huldigten.
CHRISTOF THEWES
Posaune

arbeitet als Posaunist, Komponist, Arrangeur und Instrumentallehrer. Leitet verschiedene Ensembles und Musikprojekte  von Solo bis Big Band, die sich zwischen modernem Jazz, freier Improvisation und Neuer Musik bis hin zu experimenteller Rock, Funk & Popmusik bewegen.
Konzerte in ganz Europa, Festivals: Jazz d ́Or Straßburg, EU-Festival Marciaque, Internationales Jazzfestival St.Ingbert, St.Wendel, Jazzfestival in den Ministergärten Berlin, Burgfest für Neue Musik Illingen, Jazzherbst Darmstadt, Hörspielfestival Erlangen, Jazzfestival Nancy, Mainz.
Auftragskompositionen für Rundfunk Berlin/Brandenburg (Die kleine Magrebinerin), für den saarländischen Rundfunk (Hommage an Schubert, Harte Zeiten für Väter, Fall tot um, Filmmusik u.v.a.), „Kosmisches Picknick“, Komposition für Kammerorchester (Ensemble Ricercare SR) u.v.a.
Seit 2000 Dozent für Posaune im Aufbaustudiengang Jazz an der Musikhochschule Saarbrücken.
Arbeitete mit: Rudi Mahall, Wollie Kaiser, Jürgen Wuchner, Gabriele Hasler, Claudio Puntin, Roger Hanschel, Albert Mangelsdorff, Han Benink, Daisy Becker, Georg Ruby, Ralph Beerkircher,Jimmy Woody, Frank Wingold, Adam Pyronzcyk, Dieter Manderscheid, Jörn Schipper, Jochen Krämer, Oliver Strauch, Gunter Hampel u.v.a.



UWE OBERG
Klavier

1962 in Offenbach geboren, begann er mit sieben Jahren Klavier zu spielen (Unterricht), ging durch populäre Musikstile und landete in den frühen 80er Jahren beim Jazz. Autodidakt. Seit 1986 ist er Mitglied der KOOPERATIVE NEW JAZZ / ARTist Wiesbaden.
Das Schlüsselwort zu seiner Musik lautet Improvisation. Beeindruckt vom freien Jazz und Neuer Musik entwickelte er seine besondere Klaviertechnik; wichtige Einflüsse sind Thelonious Monk, Paul Bley, Cecil Taylor, Don Pullen, Ran Blake, Andrew Hill, die Musik von Anthony Braxton, die frühe Klaviermusik von John Cage sowie europäische Improvisationsmusik. Seit den 80er Jahren spielt er in zahlreichen Kontexten: Als Solist spannt er den Bogen vom Inside-Piano zur Musik von Monk. Mit seinem aktuellen Quartett/Trio spielt er eigene wie auch fremde Kompositionen - aber welches Material er auch immer spielt, alles transformiert er in seine sehr persönliche, schillernde Klaviersprache, die stilistische Grenzen sprengt.
Ferner sucht er immer wieder die improvisatorische Begegnung mit Musikern aus verschiedenen Kulturen, etwa im Duo mit Xu Fengxia oder im Trio mit Saadet Türköz und Urs Leimgruber. Weitere Kooperation mit: Alfred Harth, Peter Kowald, Tony Oxley, Matthias Schubert, Uli Phillipp, Jürgen Wuchner, Sven-Ake Johansson, Jazzensemble des HR, Rudi Mahall, Axel Dörner, Heinz Sauer, Ute Jeutter, Subroto Roy Chaudhuri, Rajesh Mehta, Paul Lovens, Carl Ludwig Hübsch , Urs Leimgruber, Frank Gratkowski, u.v.a.
Musik für Theater, Tanz, Literatur. Als Stummfilmpianist ist er regelmäßig z.B. im Deutschen Filmuseum Frankfurt/M. oder Caligari Wiesbaden zu hören. Zahlreiche CD-Einspielungen.
2004 wurde er zum Projekt "Darmstadt-Warschau / Shared Spaces" bei den internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt / Warschauer Herbst eingeladen. Außerdem kuratiert er das Jazzfestival JUST MUSIC in Wiesbaden.


MICHAEL GRIENER
Schlagzeug

geb. 1968 in Nürnberg, lebt seit 1994 in Berlin .
früh intensive Beschäftigung mit den vielfältigen Formen der Jazztradition, der Freien Improvisation und Neuer Musik; längere Zusammenarbeit mit Günter Christmann in verschiedenen Vario-Projekten ( u.a. C.I.M.-Festival Den Haag 1990, Moers-Festival 1992, Wittener Tage für Neue Kammermusik1993).
Sein Duo KIMMO ELOMAA mit dem Live-Elektroniker Jayrope wurde 2001 mit einem Förderpreis des Berliner Senats ausgezeichnet. 2006 erhielt er den Preis als kreativster Solist beim "Neuen Deutschen Jazzpreis Mannheim"
Zur Zeit spielt er u.a. mit den Formationen:
Uli Gumpert Quartett, BABY BONK, seinem Trio THEMROC 3 und Lu Hübsch’ Primordial Soup
Konzertreisen in die Türkei, Israel, die Niederlande, die Schweiz, Marokko, Polen, Österreich, Spanien, USA, Frankreich.
Unterrichtet Schlagzeug an der Musikhochschule Dresden.
spielte u.a. mit Tal Farlow, Herb Ellis, Mal Waldron, Evan Parker, Dave Liebman, John Zorn, Ernst-Ludwig Petrowsky, Barry Guy, Paul Lovens, Zeena Parkins, Keith Tippett, Butch Morris, Uli Gumpert, Aki Takase, Mats Gustafsson, Alexander v. Schlippenbach, Joelle Leandre, Günter Christmann, Conny Bauer, Johannes Bauer, Frank Gratkowski, Phil Minton, Tony Buck, Matthias Schubert, David Moss, Axel Dörner, Lu Hübsch, Claudio Puntin, Sirone, Joachim Kühn.

CD-Veröffentlichungen u.a. auf Moers Music, FMP, Intakt, Red Toucan, Ayler Records, between the lines,